Pflegetipps Möbelhaus Kuboth Nordenham
Wissenswertes zum Thema Bezugsstoff und Leder

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Velours
Dies ist eine Sammelbezeichnung für alle Stoffe, bei denen Garne (ob Naturfasern, die von Pflanzen stammen oder Chemiefasern, welche synthetisch erzeugt oder aus Zellulose gewonnen werden) – so genannter Flor – in das Grundgewebe eingewebt werden. Durch diese Fertigungsart wird – bei guter Polfestigkeit – eine sehr hohe Strapazierfähigkeit des Stoffes erreicht. Daher ist diese Bezugsart gut geeignet für Möbel, die starkem Gebrauch ausgesetzt sind. Durch den Einfluss von Druck und Körperwärme kann es zu leichten Veränderungen – so genannten Gebrauchslüstern, auch Sitzspiegel genannt – kommen. Hierbei handelt es sich um Schattierungen (hell/dunkel), bedingt durch die Verlagerung des Flors durch Körperdruck, Körperfeuchtigkeit und Körperwärme im Gebrauch. Das ist keine Qualitätsminderung!
Ein weiteres typisches Merkmal für einen Veloursstoff ist ein Changieren, d. h. je nach Lichteinfall kann sich der Stoff heller oder dunkler darstellen. Durch diese „Farbenspiele“ kann der Eindruck entstehen, dass der Bezug Farbunterschiede aufweist. Der Grund für dieses Changieren liegt darin, dass der Veloursstoff generell in einer Strichrichtung auf den Polstermöbeln verarbeitet wird und das Licht dadurch – je nach Standplatz der einzelnen Polsterteile, z. B. bei einer Eckgruppe – unterschiedlich reflektiert wird. Dies ist kein Fehler und ist auch nicht abhängig vom Preis der Ware, sondern ist ausschließlich abhängig vom Stoff selbst (warentypische Eigenschaft). Wenn Sie prüfen möchten, ob tatsächlich Farbunterschiede vorliegen, drehen Sie das Polster vor dem Fenster in unterschiedliche Richtungen. Stellen Sie je nach Lichteinfall unterschiedliche Schattierungen fest, können Sie sichergehen, dass hier kein Fehler vorliegt.

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Flachgewebe
Als Flachgewebe bezeichnet man Gewebe, bei denen sich zwei Fadengruppen rechtwinklig überkreuzen. Schon durch das normale Besitzen können sich auf der Oberfläche Knötchen („Pills“) bilden. In der Fachsprache bezeichnet man das als Pillingbildung. Diese kann entstehen:

  1. durch das Zusammenzwirbeln loser Faserteilchen der Webfäden

  2. durch Fremdfasern (z. B. von Kleidungsstücken), die auf den Bezug gelangen. Dieses wird dann als Fremdpilling bezeichnet. Die Pillingbildung (Knötchenbildung) lässt sich mit einem Fusselrasierer mühelos entfernen, ohne dass die Stofffasern verletzt werden. Die Haltbarkeit des Stoffes wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Bei bedruckten Flachgeweben kann es durch den Gebrauch oder auch durch Lichteinwirkung vorkommen, dass die Druckfarben in ihrer Intensität nachlassen, d. h. blasser werden. Flachgewebe mit hohem Naturfaseranteil sollte man nicht direkter Sonnenlichteinwirkung aussetzen, weil durch Sonnenlicht der Bezugsstoff sehr schnell ausbleichen kann.

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Microfaserstoffe
Dieses Bezugsmaterial besteht aus einem Verbund mikroskopisch feiner Fasern – in wirrer Faserordnung aufgebaut – von denen 10.000 Meter zwischen 0,8 bis 1,2 Gramm wiegen. Aus dieser rein synthetischen Faser können sowohl gewebte oder gewirkte (gestrickte) Stoffe als auch Wirbelvliese gefertigt werden. Aufgrund der Herstellungstechnik wird eine hohe Strapazierfähigkeit des Materials erreicht. Zu den bekanntesten und hochwertigsten Materialien gehören z. B. Alcantara, Amaretta, Lamous und Belleseime.

Auch bei den gewebten oder gewirkten Microfaserstoffen kann sich bei Gebrauch eine Pillingbildung einstellen. Die Pills bestehen jedoch hauptsächlich aus Fremdfasern (Kleidung) und können auch hier mit einem Fusselrasierer entfernt werden. Weiterhin ist hier im Gebrauch mit einer Patinabildung – vergleichbar mit der bei Nubukleder – zu rechnen. Diese beeinträchtigt jedoch nicht die Haltbarkeit und Gebrauchfähigkeit des Stoffes, sondern ist als eine warentypische Eigenschaft dieses Bezugsmaterials anzusehen. Bei neu gelieferter Ware empfiehlt es sich, den Microfaserbezug direkt nach der Anlieferung leicht abzusaugen, um eventuelle Produktionsrückstände aus dem Bezug zu entfernen. Hierdurch soll vermieden werden, dass es zu einer Verfärbung auf Bekleidungstextilien kommt.

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FLECKENTFERNUNG (siehe Tabelle)
Fleckentfernung sollte grundsätzlich die Arbeit des Polsterreinigers sein. Wollen Sie es dennoch selbst versuchen, sollten Sie folgendes beachten: Grobe Teile, z. B. Speisereste, sollten mit einem Löffel oder einem Messerrücken entfernt werden. Eingetrocknete Flecken auf keinen Fall mit einem Fingernagel abkratzen, da die Gefahr besteht, dass die Fasern des Stoffes beschädigt werden. Flüssigkeiten werden mit einem saugfähigen Tuch entfernt, dürfen jedoch nur abgetupft – nicht abgerieben – werden. Anschließend sollte zunächst eine Reinigung mit lauwarmem Wasser (30° C) und pH-neutralem Shampoo oder Feinwaschmittel versucht werden. Auf keinen Fall mit Haushaltsreinigern arbeiten, da diese säurehaltig sind und die Fasern des Stoffes angreifen. Wichtig ist dabei, dass immer vom Rand zur Mitte hin gearbeitet wird, um den Fleck nicht zu vergrößern und um zu vermeiden, dass sich Ränder bilden. Wollen Sie ein Reinigungsmittel verwenden, so bearbeiten Sie nie direkt die befleckte Stelle. Prüfen Sie erst an einer verdeckten Stelle des Polsterbezuges die Farbechtheit mit einem weißen, weichen, mit Reinigungs- bzw. Fleckenentfernungsmittel getränkten, sauberen Tuch. Sind besondere Reinigungsanleitungen vorgegeben (z. B. bei mit Fleckschutz ausgerüsteten Stoffen), sind diese in jedem Fall maßgebend für die Reinigung. Die Reinigung ist generell leicht und ohne viel Druck durchzuführen. Nach der Fleckentfernung soll immer die ganze Fläche – von Naht zu Naht – feucht abgewischt werden, um die Bildung von Rändern zu vermeiden. Anschließend mit einem trockenen Tuch das aufgetragene Reinigungsmittel abnehmen und zuletzt den Flor aufbürsten. Bevor das gereinigte Möbelstück wieder benutzt werden kann, muss es vollkommen trocken sein. Nach dem Trocknen kann der Flor mit einem Staubsauger abgesaugt und einer weichen Bürste nochmals auf- gebürstet werden. Fleckentfernung aus textilen Bezügen Wasserlösliche Flecken

A =

mit kaltem Wasser, evtl. mit einer Lösung aus ph-neutralem Shampoo und Wasser nachbehandeln. Niemals heißes Wasser benutzen, da Eiweiß gerinnt.

B =

mit einer lauwarmen Lösung aus ph-neutralem Shampoo und Wasser behandeln. Sind die Flecken hierdurch nicht zu beseitigen, kann man die Stellen nach dem Trocknen mit Waschbenzin oder Fleckenentferner nachbehandeln.

C =

 nicht eintrocknen lassen! Sofort mit lauwarmer Lösung aus ph-neutralem Shampoo und Wasser behandeln. Wasserunlösliche Flecken

D =

mit Lösungsmitteln, wie Waschbenzin, Spiritus oder handelsüblichem Fleckenwasser behandeln.

E =

nicht mit einem Bügeleisen arbeiten! Soweit wie möglich zerbröckeln und vorsichtig abheben. Achtung – bei Velours besteht die Gefahr einer Oberflächenbeschädigung.

F =

 Fachmann befragen.

G =

Weißes Tuch mit Zitronensäurelösung (1 gestrichener Esslöffel auf 100 ml kaltes Wasser) anfeuchten und damit auftragen. Den Fleck vom Rand zur Mitte hin aufnehmen.

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Tabelle

Verschmutzung

Velours

Flachgewebe

Microfaser

Bier

C

C

C

Butter

D

D

D

Blut(gealtert)

G

G

G

Blut

A

A

A

Eiweiß/Eigelb

A

A

A

Erbrochenes

B

B

B

Farbe(Emulsion)

D

D

D

Farbe(Öl)

D

D

D

Fett

D

D

D

Filzstift

D

D

D

Getränke/Fruchtsäfte

C

C

C

Kakao/Milch

B

B

B

KaffeemitMilch

B

B

B

Kaugummi

F

F

F

Kohle

D

D

D

Kot/Urin

A

A

A

Kugelschreiber

B

B

B

Lippenstift

B

B

B

Nagellack

D

D

D

Parfüm

B

B

B

Rost

G

G

G

Ruß

B

B

B

Schuhcreme

B

B

B

Salatsoße

B

B

B

Speisen

B

B

B

Spirituosen

C

C

C

Tee

C

C

C

Tinte

B

B

B

Wachs

E

E

E

Wein

B/C

B/C

B/C

Flockstoff: Verwenden Sie auf keinen Fall Lösemittel, da Sie damit den Bezug zerstören können! Verklebte oder verhärtete Stellen dürfen niemals – im trockenen oder nassen Zustand – mit dem Fingernagel abgekratzt oder mit einer Bürste abgerieben werden, da mögliche Florbeschädigungen entstehen können. Alle Flecken sind mit destilliertem Wasser und Seife mit leichtem Druck und kreisförmigen Bewegungen zu entfernen. Bei besonders hartnäckigen Flecken wenden Sie sich bitte an einen Reinigungsfachbetrieb.

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LEDERPFLEGE

Grundsätzlich sei gesagt, dass alle Leder einer regelmäßigen Pflege und Reinigung bedürfen. Das heißt, alle Leder müssen von Zeit zu Zeit abgebürstet oder vorsichtig abgesaugt werden. Jedes Leder sollte unbedingt vor Sonnenlicht geschützt werden, da es dadurch unweigerlich seine Farbe verliert und austrocknet.

Leder + + : Sollte hier Schmutz eingezogen sein, so können diese Leder mit alkalifreier Seife und abgekochtem Wasser gereinigt werden. Immer nur von Naht zu Naht waschen (und nicht nur den Fleck) und nach dem Reinigungsvorgang das Leder mit viel Wasser auswaschen, damit keine Seifenrückstände im Leder verbleiben. Ansonsten regelmäßig mit Lederreiniger und Leder-Creme behandeln.

Leder : Nur regelmäßig mit Leder-Reiniger und Leder-Creme behandeln.

Leder : Neben dem Ausbürsten oder Absaugen sollte hier regelmäßig mit einem Rauhlederreinigungstuch gepflegt und gereinigt werden. Dieses Leder ist für die im Handel erhältlichen Leder-Reiniger und Leder-Cremes absolut ungeeignet. Nur Sprays sind einsetzbar.

Grundsätzlich gilt auch hier: Je eher ein Schaden bearbeitet wird, um so größer ist die Chance, ihn gänzlich zu beseitigen.

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LEDERREINIGUNG / Tabelle

Verschmutzung

Glattleder -

Rauhleder

Bier

R1

R1

Blut

R4

R4

Butter

R2

R3

Cola

R1

R1

Erbrochenes

R1/R4

R1/R4

Farbverlust

R4

R4

Fett

R2

R3

Filzschreiber

R4

R4

Kopffett

R4

R4

Kratzer

R4

R4

Kugelschreiber

R4

R4

Medikamente

R4

R4

Nagellack

R4

R4

Säfte

R1

R1

Salben

R2

R3

Schnäpse(weiß)

R1

R1

Schnäpse(braun)

R1

R1

Schokolade

R2

R3

Schweiß

R4

R4

Tinte

R4

R4

Urin

R1

R1

Wein

R1

R1

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LEDER REINIGUNGSVORSCHLAG

R1 Sofort mit Papier-/Küchentüchern auftupfen, nicht reiben, mit destilliertem Wasser nachwaschen und trocknen lassen. Eventuell Vorgang wiederholen und mit alkalifreier Seife unterstützen. Beim Waschen immer von Naht zu Naht vorgehen und nicht nur die jeweilige Stelle waschen.

R2 Sämtliche Reste mit der stumpfen Seite des Messerrückens vorsichtig vom Leder ab- nehmen. Dann mit Papier-/Küchentüchern säubern und mit destilliertem Wasser nachwaschen. Der im Leder verbleibende Fettanteil kann nicht komplett beseitigt werden. Der Fettfleck arbeitet sich aber innerhalb der nächsten Wochen von alleine durch die Atmungsaktivität der Leder heraus.

R3 Sämtliche Reste mit der stumpfen Seite des Messerrückens vorsichtig vom Leder ab- nehmen. Dann mit Papier-/Küchentüchern säubern und mit destilliertem Wasser nachwaschen. Ist das Leder abgetrocknet, mit dem Rauhlederreinigungstuch nacharbeiten. Der verbleibende Fettfleck arbeitet sich unter günstigen Umständen mit der Zeit aus dem Leder heraus.

R4 Alle diese Schäden oder Veränderungen können nur sinnvoll vom Fachmann beseitigt werden. Zur optischen Verringerung kann man jedoch nach Anleitung R 1 vorgehen.

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Weitere Pflegetipps finden Sie auf www.polsterservice.de .